Fahrgastinformation beim Schienenersatzverkehr muss verlässlicher und digitaler werden
Eine aktuelle Online-Umfrage des VVS-Labs zum Schienenersatzverkehr (SEV) Ende Juli liefert klare Aufträge für die Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs. Insgesamt 505 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich an der Befragung beteiligt und rückten vor allem die Themen Vorabinformation, digitale Echtzeitdaten und eine bessere Wegeleitung in den Fokus. Für Kreisrat Ralf Maier-Geißer zeigen die Ergebnisse deutlichen Handlungsbedarf.
„Die Rückmeldungen der Fahrgäste sind ein unmissverständliches Signal. Ein funktionierender Ersatzverkehr steht und fällt mit der Qualität der Information. Wir müssen die Fahrgäste genau dort abholen, wo sie Unterstützung brauchen – digital auf dem Smartphone, aber eben auch analog direkt am Bahnsteig.“
Die wichtigsten Kernforderungen und Ergebnisse der Umfrage im Überblick:
- Frühzeitige Aufklärung über alle Kanäle: Die Mehrheit der Befragten fordert Informationen zum SEV bereits zwei bis vier Wochen im Voraus. Neben digitalen Kanälen wie der VVS Mobil App bleiben direkte Hinweise am Bahnsteig und in den S-Bahnen unverzichtbar.
- Klare Orientierung am Umsteigepunkt: Der Weg zum Ersatzbus muss intuitiver werden. 85 Prozent der Teilnehmenden wünschen sich zusätzliche Beschilderungen, während 76 Prozent Bodenaufkleber als effektive Orientierungshilfe befürworten.
- Verlässliche Echtzeitdaten im und am Bus: An den Ersatzhaltestellen hat die exakte Abfahrtszeit des nächsten Busses oberste Priorität. Während der Fahrt fordern die Fahrgäste verlässliche Durchsagen und Anzeigen zur nächsten Haltestelle sowie zum weiteren Linienverlauf.
- Informationsfluss auch für Pendler sichern: Selbst bei regelmäßiger Nutzung des SEV verlangen 71 Prozent der Befragten kontinuierliche Updates zu Taktzeiten, aktuellen Abfahrten und eventuellen Verspätungen.
Auch der Freiberger Bahnhof ist häufig Start- und Endpunkt von Schienenersatzverkehren. „Daher muss es unser gemeinsames Ziel sein, den Schienenersatzverkehr so barrierefrei und stressfrei wie möglich zu gestalten. Die Ergebnisse des VVS-Labs bieten hierfür eine hervorragende Roadmap, die wir nun zügig in den VVS-Gremien diskutieren und in die Praxis umsetzen müssen“, so Maier-Geißer abschließend.

